Cannabinoide: Die chemischen Schlüsselverbindungen in Cannabis

Cannabinoide: Die chemischen Schlüsselverbindungen in Cannabis

Cannabinoide sind neben den Terpenen die essenziellen Wirkstoffe in der Cannabispflanze, die für deren medizinische und psychoaktive Eigenschaften verantwortlich sind. Sie spielen eine zentrale Rolle im Endocannabinoid-System (ECS) des menschlichen Körpers und beeinflussen Funktionen wie Schmerz, Stimmung, Appetit und Schlaf. In diesem Artikel erfahren Sie alles über Cannabinoide, ihre Bedeutung und ihre Wirkung auf den Körper.


Was sind Cannabinoide?

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die sowohl in der Cannabispflanze (Phytocannabinoide) als auch im menschlichen Körper (Endocannabinoide) vorkommen. Über 100 verschiedene Cannabinoide wurden in Cannabis identifiziert. Die bekanntesten darunter sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD).

  • THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol): THC ist das psychoaktive Cannabinoid, das für das „High“-Gefühl verantwortlich ist.
tetrahydrocannabidiol (THC)

Bild: Struktur von THC (Quelle: Wikimedia Commons)

  • CBD (Cannabidiol): CBD ist nicht psychoaktiv und wird für seine gesundheitlichen Vorteile geschätzt, darunter Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.

Bild: Struktur von CBD (Quelle: Wikimedia Commons)

Andere Cannabinoide wie CBG (Cannabigerol), CBN (Cannabinol) und THCV (Tetrahydrocannabivarin) gewinnen zunehmend an Bedeutung in der Forschung. Jedes dieser Cannabinoide hat einzigartige Eigenschaften und potenzielle medizinische Anwendungen.


Wie wirken Cannabinoide im Körper?

Die Wirkung von Cannabinoiden beruht auf ihrer Interaktion mit dem Endocannabinoid-System (ECS). Das ECS ist ein komplexes Netzwerk aus Rezeptoren, Endocannabinoiden und Enzymen, das die Homöostase (das innere Gleichgewicht) im Körper reguliert.

  1. Rezeptoren: Es gibt zwei Haupttypen von Cannabinoid-Rezeptoren:
    • CB1-Rezeptoren: Sie sind hauptsächlich im Gehirn und Zentralnervensystem vorhanden und beeinflussen Funktionen wie Stimmung, Schmerz und Gedächtnis.
    • CB2-Rezeptoren: Sie befinden sich überwiegend in Immunzellen und sind an der Regulierung von Entzündungen beteiligt.
  2. Endocannabinoide: Dies sind körpereigene Cannabinoide wie Anandamid und 2-AG, die an den Rezeptoren andocken und physiologische Prozesse beeinflussen.
  3. Enzyme: Sie bauen Endocannabinoide ab, sobald ihre Funktion erfüllt ist.

Phytocannabinoide wie THC und CBD binden an diese Rezeptoren oder beeinflussen deren Aktivität, was zu verschiedenen therapeutischen und psychoaktiven Wirkungen führt. Mehr Informationen über das Endocannabinoid-System finden Sie auf Wikipedia.


Die bekanntesten Cannabinoide und ihre Wirkungen

Tetrahydrocannabinol (THC)

THC ist das bekannteste Cannabinoid und für seine psychoaktiven Eigenschaften bekannt. Es bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und erzeugt das charakteristische „High“. Darüber hinaus hat THC medizinische Anwendungen, darunter:

  • Schmerzlinderung
  • Appetitanregung
  • Reduzierung von Übelkeit

Cannabidiol (CBD)

CBD ist nicht psychoaktiv und wirkt oft als Gegenspieler zu THC. Es hat eine breite Palette therapeutischer Anwendungen, darunter:

  • Angstbewältigung
  • Entzündungshemmung
  • Epilepsiebehandlung

Weitere Informationen zu medizinischen Anwendungen von Cannabidiol finden Sie in diesem Fachartikel.

Cannabigerol (CBG)

CBG ist ein Vorläufermolekül, aus dem THC und CBD entstehen. Es hat antibakterielle Eigenschaften und wird bei entzündlichen Darmerkrankungen untersucht.

Bild: Struktur von CBG (Quelle: Wikimedia Commons)

Cannabinol (CBN)

CBN ist ein Abbauprodukt von THC und wird für seine beruhigende Wirkung geschätzt. Es wird häufig in Schlafmitteln verwendet.

Bild: Struktur von CBN (Quelle: Wikimedia Commons)

Tetrahydrocannabivarin (THCV)

THCV ist ein Cannabinoid, das den Appetit regulieren kann. Es wird derzeit für die Behandlung von Fettleibigkeit und Diabetes erforscht.

Bild: Struktur von THCV (Quelle: Wikimedia Commons)


Zusammenfassung

Cannabinoide wie THC, CBD und CBG sind die chemischen Schlüsselverbindungen in Cannabis, die für ihre medizinischen und psychoaktiven Wirkungen bekannt sind. Durch ihre Interaktion mit dem Endocannabinoid-System entfalten sie eine Vielzahl von Effekten, die von Schmerzlinderung bis zur Regulierung von Entzündungen reichen.

Zusammengefasst:

  • Cannabinoide sind chemische Verbindungen in Cannabis.
  • Sie interagieren mit dem Endocannabinoid-System.
  • THC ist psychoaktiv, während CBD therapeutisch wirkt.
  • Cannabinoide haben ein breites Potenzial für medizinische Anwendungen.

Mit der fortschreitenden Forschung wird unser Verständnis über Cannabinoide und ihre Wirkung stetig erweitert – eine spannende Perspektive für die Medizin und Wissenschaft.

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