🌱 Eine Emerald Triangle Reise stand seit dem Frühjahr auf unserer Liste. Im September sind wir gefahren: fünf Tage mit Tangled Roots durch Mendocino und Humboldt, auf die Farmen, von denen unsere vier CALegacy-Sorten stammen. Wir haben die Leute getroffen, die Angelika, Eva, Jutta und Monika gezüchtet haben, und die Pflanzen im Freiland gesehen, kurz vor der Ernte. Das hier ist der Bericht – in Bildern, Tag für Tag, und mit dem, was wir daraus für den Anbau zu Hause mitnehmen.
Vorweg eine Regel, an die wir uns halten: Namen von Farmen und Menschen nennen wir nur, wo wir ausdrücklich dürfen. Wer dort anbaut, hat gute Gründe, nicht auf jedem Foto zu stehen. Wo ein Betrieb einverstanden ist, steht sein Name dabei. Und wer erst einmal wissen will, wo das Emerald Triangle überhaupt liegt und warum dort seit den Siebzigern gezüchtet wird: Das haben wir in unserer Serie zur Geschichte der Region aufgeschrieben.
Warum überhaupt ins Emerald Triangle?
Seit Sommer 2026 haben wir vier Sorten im Sortiment, die nicht aus Europa kommen: Angelika, Eva, Jutta und Monika. Die Genetik stammt von CALegacy, einem Kollektiv aus Züchtern und Sammlern aus Humboldt und Mendocino. Wir kannten die Leute bis dahin nur aus Videocalls.
Wer mit Züchtern zusammenarbeitet, sollte ihre Pflanzen einmal im Freiland gesehen haben – dort, wo sie herkommen, unter der Sonne, für die sie selektiert wurden. Und in der Region, aus der Sorten wie Skunk No.1, OG Kush und Gelato stammen, die heute jeder kennt. Also haben wir die Einladung von Tangled Roots (@tangledrootslegacy) angenommen: eine Tour für Händler und Züchter aus mehreren Ländern, fünf Tage, fünf Farmen, ein Festival. Kein Verkaufsgespräch, kein Vertrag im Gepäck. Nur gucken, fragen, verstehen.
Mittwoch: Ein Abend bei Ed Rosenthal
Bevor die Tour losging, saßen wir in der East Bay bei Ed Rosenthal (@edrosenthal420) am Tisch. Sein „Marijuana Grower’s Handbook“ ist seit Jahrzehnten das Standardwerk für den Anbau, in den USA wie in Europa. Ein Abend mit Fragen, Antworten und einem Mann, der die ganze Geschichte des kalifornischen Anbaus aus erster Hand kennt.

Donnerstag: Über die Golden Gate nach Mendocino
Um halb elf fährt der Van in South San Francisco los. Über die Golden Gate, durch Marin County – vorbei an San Rafael, wo 1971 der Code 420 entstand – und dann Highway 101 nach Norden. Am Nachmittag stehen wir in Mendocino County bei Greenshock Farms (@greenshockfarms).
Greenshock ist ein Zuchtbetrieb, kein Produktionsbetrieb. Die Pflanzen stehen zwischen Kiefern, jede mit ihrem Pfahl. Der Züchter zeigt uns, wie er einzelne Zweige von Hand bestäubt: Handschuhe an, Pollen aus dem Röhrchen auf die Blüte, ein rosa Band als Markierung am Zweig. So entsteht eine neue Kreuzung – nicht im Labor, sondern im Garten. Auf dem Tisch steht ein goldener Bär: „Best of California – Flower – Sun Grown“ der California Cannabis Awards 2026, gewonnen von Greenshock Farms mit der Sorte Pink Rider.
Gegen Abend fahren wir weiter nach Süd-Humboldt, wo wir die nächsten drei Nächte in den Hügeln schlafen.


















Freitag: Süd-Humboldt, zwei Farmen an einem Tag
Der Blick am Morgen erklärt, warum hier seit den Siebzigern angebaut wird: Sonne, Hanglage, kein Nachbar in Sichtweite. Die erste Farm des Tages ist Huckleberry Hill Farms (@huckleberryhillfarms), ein Familienbetrieb, der seit den Siebzigern hier oben anbaut. Sie empfängt uns mit einem Buddha am Eingang und Petunien zwischen den Reihen. Begleitpflanzen gehören hier selbstverständlich dazu – Tagetes im Beet, Blumen am Rand, Äpfel und Birnen aus demselben Garten.
Zwei Wochen vor der Ernte sind die Blüten schon dunkel gefärbt und harzig. Die Farbe kommt von den kühlen Nächten, das Harz von der Sonne. Und die Pflanzen sind groß: Was hier im September über zwei Meter steht, ging im Frühjahr als Samen in die Erde.
Auf der zweiten Farm, Canna Country Farm (@cannacountryfarms) geht es um das, was nach der Ernte passiert. In der Trockenhalle hängen ganze Pflanzen kopfüber, kühl und langsam – das ist der Punkt, den uns jeder Farmer hier wiederholt: nicht hetzen. In der Scheune stehen Siebkästen, mit denen die Samen vom Pflanzenmaterial getrennt werden, daneben Papiertüten voller Blütenteile mit Samen darin. Und am Picknicktisch tauschen wir unsere Sortimentskarte gegen Sticker aus Süd-Humboldt.



























Samstag: Cannifest in Arcata
Samstag ist Festivaltag. Vorher schauen wir in einen Verarbeitungsbetrieb in Eureka und in eine Abgabestelle mit Führung. Dann Arcata Ballpark: Cannifest (@cannifest), mit Bühne, Livemusik, Jury-Wettbewerb und einem Panel, auf dem Gäste der Tour über Cannabis als weltweite Bewegung sprechen – und darüber, was das Emerald Triangle dazu beigetragen hat.
Was uns dort am meisten beeindruckt: Eine einzige Freilandblüte, armlang, wird herumgereicht wie eine Trophäe. Das ist der Maßstab, an dem sich hier alle messen.





Sonntag: Redwoods und ein Bergrücken voller Sorten
Der Sonntag beginnt mit Nebel in den Tälern. Die Bergrücken darüber bleiben frei – und genau dort stehen die Gärten. Vormittags fahren wir die Avenue of the Giants entlang, durch Küstenmammutbäume, die höchsten Bäume der Welt. Man wird sehr leise da drin. Am Eel River), der im September fast leer ist, wird klar: Wasser ist hier die knappe Größe, und jede Farm hat ihre eigene Antwort darauf.
Nachmittags stehen wir bei Ridgeline Farms (@ridgelinefarms) auf einem Bergrücken. Der ganze Rücken ist bepflanzt, Bogen an Bogen, fast alles dunkelviolett. Die Bögen tragen noch keine Folie – die kommt erst, wenn der Regen kommt. Was hier steht, geht nach der Ernte in den kalifornischen Handel; über die Staatsgrenze darf davon nichts. Am Abend verabreden wir mit Tangled Roots, wie es weitergeht.




















Montag: Heimweg
Noch einmal Redwoods am Highway 101, eine letzte Farm auf dem Weg nach Süden, dann die Bay Bridge. Um 19:25 Uhr geht der Flieger. Mitgebracht haben wir viele Bilder, ein paar Sticker und eine Verabredung für 2027.




Was wir aus dem Emerald Triangle mitnehmen
Vieles von dem, was wir gesehen haben, lässt sich nicht nach Sachsen-Anhalt übertragen. Die Sonne nicht, die Hanglage nicht, die Saison nicht. Aber einiges schon – und das passt auf jeden Balkon:
- Begleitpflanzen sind kein Deko. Petunien und Tagetes zwischen den Cannabispflanzen waren auf den Farmen selbstverständlich. Das kannst du in jedem Kübel nachmachen.
- Langsam trocknen. Kühl, dunkel, kopfüber, ohne Eile. Wer die Ernte danach in dichten Beuteln nachreifen lässt, macht es wie die Farmen dort – dafür haben wir Grove Bags im Sortiment.
- Autoflower ist der richtige Weg für unser Klima. Angelika, Eva, Jutta und Monika sind automatisch blühende Sorten. Sie brauchen keine 200 Sonnentage, sondern etwa zehn Wochen ab Keimung. Wie das draußen geht, steht in unserer Outdoor-Anleitung – und ab wann du säen kannst, in der Übersicht der Autoflower-Sorten.
- Züchten heißt Geduld. Eine Kreuzung entsteht am Zweig, mit Pollen und Etikett. Was du als Samen in der Hand hältst, hat jemand über Jahre selektiert.
Der rechtliche Rahmen bleibt in Deutschland natürlich der gleiche: maximal drei Pflanzen pro erwachsener Person, im eigenen Haushalt, für den Eigenbedarf. Auch dafür reichen drei gute Samen völlig aus.
Was aus der Reise wird
Die Zusammenarbeit mit Tangled Roots wird vertieft. Was genau ab 2027 kommt, erzählen wir dir, sobald es fest ist – nur so viel: Es bleibt nicht bei vier Sorten, und es bleibt nicht bei CALegacy.
Bis dahin gibt es die vier, die schon da sind. Bis zum 30. September 2026 kosten Angelika, Eva, Jutta und Monika 22,49 € statt 29,99 €, dazu 15 % auf Grove Bags. Kein Code nötig, die Rabatte ziehen im Warenkorb.
Die Farmen dieser Reise: Greenshock Farms · @greenshockfarms — Huckleberry Hill Farms · @huckleberryhillfarms — Canna Country Farm · @cannacountryfarms — Ridgeline Farms · @ridgelinefarms — Veranstalter: Tangled Roots · @tangledrootslegacy
Alle Fotos: gutmut saatgut, September 2026. Zur Region: Emerald Triangle bei Wikipedia. In den nächsten Wochen folgen hier die Geschichten hinter den Bildern – die Menschen hinter CALegacy, die vier Sorten im Detail, Trocknen und Reifen wie im Emerald Triangle.